Dienstag, 16. November 2010

Kleinigkeiten...

Mit der Zeit fallen einem hier viele alltägliche Dinge auf, die anders sind als in Deutschland. Manchmal besser, manchmal schlechter und ab und zu seltsam bis lustig. Ich glaube gerade diese Kleinigkeiten unterscheiden das leben hier von dem in Deutschland, weil man sie fast täglich mitbekommt.

Auf öffentlichen Toiletten findet man fast immer Wasserspar-Wasserhähne. Diese seltsame Konstruktion hat keinen Hebel oder Ähnliches um das Wasser fließen zu lassen. Anstatt dessen ragt aus der Wasseröffnung ein kleiner Pinn. Wenn man den zur Seite bewegt, kommt Wasser aus dem Hahn.
 Die Lösung ist etwas lästig, aber zweifelsfrei sehr Wasser sparend, weil wirklich nur Wasser rauskommt wenn man seine Hände wäscht, also seine Hände bewegt.
Bei den Klospülung ist es das Gegenteil. Es gibt keine Spartaste oder sowas. Wenn man abspült, wird bitte auch der ganze Wasserbehälter geleert. 

Hier wird oft aus Plastiktellern statt Porzellan gegessen. Damit mein ich kein wegwerf-Geschirr, sondern einfach Teller oder Schalen aus Hartplastik. Das ist einerseits eine Sache des Reichtums aber so viel billiger sind diese Sachen nicht. Die Mexikaner sind einfach dran gewöhnt, und es scheint niemanden wirklich zu stören. ich persönlich trink wesentlich lieber aus Gläsern als aus Bechern, aber das ist nun wirklich ein Luxusproblem.

Es gibt hier wesentlich mehr Personal bei"Serviceleistungen". Am Supermarkt packt mir immer jemand meine Einkäufe in Tüten ein. An der Fleischtheke stehen geschätzte 20 Arbeiter und warten auf Bestellungen. Ich hab noch nie gesehen, dass mehr als 5 beschäftigt wären, aber da steckt bestimmt ein Sinn dahinter. Bei großen Einkäufen helfen die Tütenpacker, die Sachen ins Auto zu tragen. Wenn es regnet, stehen Leute mit großen Regenschirmen bereit. An vielen Parkplätzen findet man Leute, die einem Parkplätze zeigen und beim einparken mehr oder weniger nützliche Anweisungen geben. Der Verkehr wird teilweise von Ampeln und "Topes", Straßenhuggeln, geregelt. Aber an ganz vielen Kreuzungen stehen Straßenpolizisten, und regeln den Verkehr. Wenn man mal den Weg nicht weiß, kann man sich ebenfalls vertrauensvoll an sie wenden. In jedem Park finden sich Schuhputzer. Außerdem haben viele Geschäfte bis 23 Uhr geöffnet, auch Sonntags. Es gibt viele 24-Stunden-Läden. Das ist schön und man kann es genießen. Aber für die Leute, die in diesen Jobs arbeiten, ist es sicherlich kein Spaß. Die Tütenpacker leben wahrscheinlich hauptsächlich von dem kleinen Trinkgeld, dass ihnen viele Leute geben. Aber eigentlich sagen diese ganzen schlecht bezahlten Arbeiten mit wenig Ansehen aus: Es gibt offensichtlich viele Leute, die so arm sind, die Arbeitsbedingungen annehmen um wenigstens etwas zu haben. Bei den Annehmlichkeiten, die es einem selber bereitet: Soll man das wirklich gut heißen?

Auswahl eines CD-Ladens
CDs und DVDs kann man sich hier legal kaufen. Aber es gibt wesentlich mehr Läden, wo man sie "illegal" kaufen kann. Im Zentrum von Fortín gibt es zwei dieser Läden (...und keinen einzigen für legale CDs), die CD kostet 2,50€. Dafür kriegt man ein mäßig kopiertes Farbcover, und das auf einen handelsüblichen Rohling gebrannte Album.  Gegen diese Läden sagt niemand was, sie stehen einfach da, neben Tiergeschäft und Friseur, sie sind ein ganz normaler Laden und es interessiert keinen Polizisten. Diesen CD-Handel koordiniert laut Lalo eine eigene Mafia. Die Läden sind also durchaus organisiert, und haben dadurch wohl gewissen Einfluss auf die Regierungen...

Hier ist es nicht selbstverständlich, eine Spül- und Waschmaschine zu haben. Spülmaschinen sieht man hier nirgendswo, überall wird von Hand gespült. In den reicheren Familien übernimmt das die muchacha (mutschatscha), die Haushaltshilfe. Gleiches gilt beim spülen. Viele waschen ihre Wäsche selber. Waschmaschinen finden sich fast nur in Wäschereien, in die ich (faules Ei) immer schön meine Wäsche bringe. Es kostet aber auch nicht die Welt; 6 Kilo Wäsche (entspricht in etwa dem Verbrauch von 2 Wochen) kosten 66pesos, also 4 Euro.

Unser lokaler Straßenhund
Hier laufen haufenweise Straßenhunde rum. Sie gehören niemandem, und genießen ihr Leben... bis sie irgendwann überfahren werden. Es kommt nicht selten vor, dass man auf einer Autofahrt einen platt gefahrenen Hund auf der Straße sieht.

Hier ist es nicht selbstverständlich, eine Spül- und Waschmaschine zu haben. Spülmaschinen sieht man hier nirgendswo, überall wird von Hand gespült. In den reicheren Familien übernimmt das die muchacha (mutschatscha), die Haushaltshilfe. Gleiches gilt beim spülen. Viele waschen ihre Wäsche selber. Waschmaschinen finden sich fast nur in Wäschereien, in die ich (faules Ei) immer schön meine Wäsche bringe. Es kostet aber auch nicht die Welt; 6 Kilo Wäsche (entspricht in etwa dem Verbrauch von 2 Wochen) kosten 66pesos, also 4 Euro.

Nun ja, das hier sind sicherlich nicht alle, aber ein paar der Unterschiede, die viel vom "Charme" ausmachen.
Viele Grüße,
Lukas

2 Kommentare:

  1. Das klingt nach einem kleinen Kulturschock, wenn man es hier liest.
    Das ist schon wirklich gewöhnungsbedürftig und gerade so etwas wie Waschmaschinen ersparen viel Zeit ...
    Krass.

    Liebe Grüße Agnes :)

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  2. Irgendwas müssen diese Waschmaschinen an sich haben- schreib es doch noch ein drittes mal bitte :-D

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