Es ist ein wenig Zeit vergangen seit meinem letzten Eintrag hier, und es gibt zwei Dinge, über die es sich zu schreiben lohnt: Der "Encuentro de jóvenes" und mein Deutschkurs!
Encuentro de Jóvenes
"Encuentro de jóvenes" heißt einfach Treffen der Jugendlichen - in diesem Fall der Kolpingjugenden von Veracruz. Wir sind also mit insgesamt vierzig Leuten für ein Wochenende an den Strand gefahren, um die Zeit zusammen zu genießen, und um inhaltlich auf das Jahr 2010 zurückzublicken und eine Vorschau auf 2011 zu geben.
Es ging los am Freitag nachmittag: Um 17 Uhr fuhr der Bus in Fortín ab Richtung Osten, ans Meer. Der Treffpunkt war um 16:30 angesetzt, und die meisten Jugendlichen kamen pünktlich. Als wir gerade 5 Minuten unterwegs waren, riefen jedoch ein paar Jugendliche aus Ixhuatlán an, dass sie erst jetzt in Fortín seien... Der Busfahrer ist also einfach an den Straßenrand gefahren, und wir haben auf sie gewartet.
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| Meine Matratze lag längs, der Platz zwischen Mäuerchen und Wand war mir zu kurz |
Am nächsten morgen wurde ich so um 6 von dem Lärm der anderen Jugendlichen geweckt. Frühstück gab es um 8, also haben wir davor einfach ein bisschen Volleyball gespielt. Das Frühstück war dementsprechend bitter nötig, und von Rührei mit den typischen gekochten schwarzen Bohnen und Tortillas kann man prächtig satt werden. Jetzt am morgen konnte ich endlich die Landschaft mit ein wenig Licht genießen, denn als wir am Freitag ankamen war es ja schon dunkel. Das Haus ist wirklich sehr idyllisch gelegen. Der Strand ist nicht unglaublich weiß, aber dennoch sehr schön und die gesamte Umgebung hatte eine sehr beruhigende Wirkung auf mich. Man war am Meer, und das ohne jedweden Tourismus. Auf der dem Meer abgewandten Seite hat das Haus eine Wiese, auf der wir die meiste Zeit des Vormittages verbracht haben. Jede Kolpingjugend hat ein Spiel vorbereitet, also haben wir einfach draußen einfach gespielt, wie auf anderen Freizeiten in Deutschland auch. Nach einer Runde Fahnenrugby am Strand ging es dann ab ins Meer, das war köstlich!
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| Strand und Landschaft vom Haus aus |
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| Am Strand, beim Fahnen-Rugby |
Damit war der tag aber noch nicht vorbei, Lalo hatte noch einen Film inklusive Diskussion parat. Der Film heißt "El infierno" (Die Hölle) und handelt von dem Drogenkrieg in Mexiko. Sie erzählt die Geschichte von einem Mexikaner, der nach 20 Jahren in den USA in seine Heimat zurückkehrt. Das wenige Geld, dass er in den USA verdient hat wird ihm auf der Busfahrt geraubt, was bei den billigeren Bus-Fernreisen durchaus vorkommt. In seiner Heimat ist inzwischen sein Bruder dem Drogenkrieg zum Opfer gefallen. Durch pure finanzielle Verzweiflung wird der Protagonist auch in den Drogenhandel reingezogen. Der Film zeigt den Drogenkrieg nach der Meinung vieler Mexikaner sehr realistisch. Ich hab den Film zum zweiten mal gesehen, und finde ihn sehr gut gemacht, aufrüttelnd, und beängstigend. Man lebt eben in dem Land, in dem die gezeigten blutigen und brutalen Szenen stattfinden, auch wenn der Drogenhandel hier nicht so öffentlich und weniger gewalttätig ist.
Die anschließende Diskussion fiel recht kurz aus. Es war schon fast 2:00, und die Jugendlichen teilen zum Großteil die Meinung des Films.
Ich war vom ganzen Tag ordentlich müde, und bin in meinen Schlafsack gefallen. Die Nacht war viel zu kurz: ich bin so um halb 7 wach geworden, weil viele andere schon auf waren und dementsprechend auch laut. Am Sonntag hieß es dann das Meer noch ein bisschen genießen, frühstücken, packen und heimfahren.
Ich hatte mit den Jugendlichen viel Spaß und konnte einige mal besser kennen lernen, ich musste ein Wochenende lang nicht selber kochen und die Landschaft und das Meer waren herrlich. Es hat sich also gelohnt.
Der Deutschkurs
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| Mexikaner am Deutsch sprechen :-) |
Vor dem Kurs war ich doch etwas aufgeregt, man macht das schließlich nicht alle Tage. Außerdem war ich etwas unsicher, was meine Vorbereitung angeht. Würde es die Leute langweilen? Habe ich die Zeit richtig geplant? 90 Minuten zu füllen ist gar nicht so einfach. Der Kurs an sich lief dann aber schön flüssig ab, aufgeregt war ich nicht mehr, und auch meine Zeitplanung war gut. Zum Schluss war ich einfach erleichtert, dass alles gut geklappt hat und hoffe, dass die nächsten Stunden ähnlich werden.




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