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| Der Laden in Ixcatla |
So, jetzt ist es doch wieder morgens, und ich habe endlich Zeit, etwas ausführlicher zu schreiben. In meinen ersten Arbeitstagen habe ich sieben Kolpingsfamilien mit unterschiedlichsten Projekten kennen gelernt. Zum Beispiel gibt es die Kolpingsfamilie in Itzapa, einem kleinen (sehr idyllisch gelegenen) Bergdorf: Die Kolpingschwestern und -Brüder stellen hier Liköre und Marmeladen her, die sie verkaufen. Außerdem leben sie (wie viele Leute in den Bergdörfern) vom Maisanbau.
Ein anderes Beispiel ist die Familie in Fortín, die aus vier Frauen besteht. Sie betreiben eine Küche bzw. ein Mitnehmrestaurant und verkaufen dort Gerichte. Wieder eine andere Familie, aus dem Dorf Ixcatla, betreibt einen Laden, in dem man Lebensmittel und Schreibwaren kaufen kann (Foto). Für die Familien haben die Projekte unterschiedliche finanzielle Relevanz - aber alle drei Gruppen sind überzeugt von ihrer Arbeit und dem Namen unter dem sie arbeiten.
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| Ein Weg durch die Maisfelder in Itzapa |
Eine knappe Woche ist genug Zeit um erste Eindrücke zu sammeln, die ich hier festhalten möchte:
Es gibt viele Leute, ob gebildet oder nicht, ob Dörfler oder Städter, die eine immense Weitsicht haben und ziemlich aufgeschlossen wirken.
Die Kolpingsfamilien sind geographisch nur durch ein paar dutzend Kilometer getrennt, aber jede Familie ist anders. Andere Räume, andere Umgebung, anderes Klima, unterschiedliche Einkünfte, andere Mentalitäten - es herrscht schlichtweg jedes Mal eine völlig andere Atmosphäre. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass den Nägeln, die gemacht werden, die Köpfe fehlen.
Das Autofahren in Mexiko kann recht abenteuerlich sein und ich bin meistens froh, dass ich nicht am Steuer sitze. Wenn es zum Beispiel einen wunderschönen, aber ziemlich steilen, engen, holprigen und kurvigen Bergweg hochgeht. Oder wenn es abends so gnadenlos regnet, dass man einfach nichts mehr sieht, so wie gestern. Das find ich schwer vergleichbar mit deutschen Gewittern. Es ist einfach... mehr Wasser. Wir müssen hier, da die meisten Familien in einem geschätzten Umkreis von 50km liegen und die Straße oft schlecht ausgebaut sind, viel Auto fahren. Die Fahrten sind aber dank der Gespräche mit Lalo und wirklich schöner, grüner und abwechslungsreicher Landschaft halb so schlimm.
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| Ein Marienaltar |
Der Glaube ist hier eher im ständigen Bewusstsein als in Deutschland. Wenn es gerade um die Pläne für eine praktische Sache geht, wird gerne ein „mithilfe der gnädigen Jungfrau Maria“ oder ähnliches eingeworfen. In jedem Haus steht (mind.) ein sehr schön hergerichteter Marienaltar. Vor oder nach den Treffen mit den Familien wird gebetet, meistens frei.
Mein Fazit der ersten Woche: Ich bin voll von unterschiedlichsten Eindrücken. Diese Woche war hilfreich, interessant und wichtig, um die Kolpingarbeit kennen zu lernen, aber auch anstrengend - weil es einfach viel war.. Ich finde, das Wochenende habe ich mir verdient.
Viele Grüße,
Lukas
Eine Anmerkung vielleicht noch: Ich schreibe ganz gerne von „Familien“. Hierbei meine ich immer die Kolpingsfamilien; ich spare mir einfach das „Kolpings“.



Und du hast es schon auf die Homepage des Kolpingwerk Mexiko geschafft ;-) VG
AntwortenLöschengenau hast du es schon geschafft?
AntwortenLöschenKurze Frage. Und zwar: Darf ich auch fragen, ob du es schon geschafft hast? Viele Grüße. Ege (nur Spaß waren P&T&P) Gute Reise. Ich möchte diesen Teppich nicht kaufen. Bitte.
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