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| links: Die Feuerwekskonstruktion; rechts: Der geschmückte Palast |
...war erstaunlich kurz. Es gab nur zwei Arbeitstage: Montag und Dienstag. In den Tagen war ich im Büro und hab mir Gedanken darüber gemacht, wie ich mich in die Kolpingarbeit einbringen könnte. Am Dienstag habe ich hier eine nette ältere Frau kennen gelernt, die immer mal wieder ehrenamtlich für Kolping tätig ist. Sie hat zum Beispiel mit Lalo einen Lese- und Schreibkurs gegeben. Sie hat mich dann spontan eingeladen mit zum "grito" - dem Unabhängigkeitsschrei zu kommen. Denn dieses Jahr jährt sich die Unabhängigkeit Lateinamerikas von Spanien zum 200. Mal, und am Mittwoch Abend war die entsprechende Feier. Der Bürgermeister steht auf dem Balkon von dem Stadtpalast und schreit "viva Cordoba, viva Veracruz, viva México, viva la independencia" und was weiß ich nicht alles und schwenkt die mexikanische Flagge. danach werden die veracruzianische und mexikanische Hymne gesungen. Das wird natürlich begleitet von Feuerwerk, einem in den Nationalfarben geschmückten Palast, Illuminationen, und einem großen Abschlusskonzert.
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| Rätsel: Wo ist er gesichert? |
Das Feuerwerk war nicht nur mit Raketen und sowas, sondern es gab auch eine Konstruktion (siehe Foto), die dann durch verschiedene Schwarzpulverwitzeleien erhellt wurde. Da es in strömen regnete, hat sich nicht alles entzündet wie geplant. Einer der zuständigen ist dann einfach die Konstruktion hochgeklettert und hat die einzelnen Teile per Hand angezündet. nebenbei wurden 20m neben und unter ihm die Raketen von dem Feuerwerk gezündet die auch gegen die Konstruktion gingen, aber der Kerl hat sich nicht beirren lassen. Was soll ich sagen: Ich schätze den Mut von dem Herren, aber es war einfach nur gefährlich und ich hätte es ihm nicht übel genommen, wäre er unten geblieben. Insgesamt herrschte an dem Abend eine sehr schöne Atmosphäre und ich fand es sehr lieb von der Frau, dass sie mich zu dem fest mitgenommen hat. Am nächsten Mittag war ich dann direkt bei ihrer Familie zum Essen eingeladen, was ich natürlich dankend angenommen habe.
Am Donnerstag morgen, also vor dem Essen bei der netten Familie, gab es einen großen Umzug vieler Schulen. Die Kinder sind dann in Schul - oder Militäruniformen gekleidet durch die Straßen... marschiert. Zumindest gingen wie im Gleichschritt. Die Militäruniformen werden zum Gedenken an den Unabhägigkeitskampf getragen. Ich möchte hier nicht breit darüber urteilen, aber 10-jährige Kinder mit festlicher Militäruniform und aus Holz gebasteltem Gewehr die zu Marschtrommeln marschieren... das ist ein "seltsamer" Anblick und kann man auch als Gewaltverherrlichung verstehen. Aber am Schluss des Umzuges gab es eine 100-Mann starke Blasinstrumentband, die sehr schön anzuhören war - gerade nach den vielen Marschtrommeln.
Eigentlich war ich in der Stadt um eine Gitarre zu kaufen. Der Musikladen hatte zum Glück offen und ich habe nun endlich eine Beschäftigung neben Haushalt, kochen, lesen und Filme gucken, wenn ich allein in der Wohnung bin. Bisher war das dieses Wochenende zum Glück nicht besonders oft der Fall.
Viele Grüße an alle,
Lukas
Lieber Lukas,
AntwortenLöschenso wie Du ganz weit weg von zu Hause lese ich gerne Deinen Blog aus Mexiko und freue mich, dass Du Dich entschlossen hast, während Deines Kolpingjahres wichtige Erfahrungen in einem der verarmten Länder unseres Globus zu machen. Es ist ja auch ziemlich spannend, zu lesen, wie wir beide uns in die jeweils neue Lebenssituation eingewöhnen und welche Eindrücke die fremde Kultur auf uns macht.
Dir alles Gute!
Saludos, schalom und salam aus Jerusalem,
Markus Höyng
Lukas auch ich hab deinen Blog mittlerweile gefunden und freu mich so mitzubekommen wie es dir da geht :)
AntwortenLöschenund ganz vorbildlich deine schreibweise ohne smilies ;)
Xenia
Hi Lukas,
AntwortenLöschenjetzt weiß auch ich, was ein Blog ist. HIHI!
Zunächst ein großes Kompliment für Deine hinreißende Art Deine Eindrücke zu schreiben. Stimme ich Xenia voll zu. Man bekommt einen guten Eindruck von der Situation und Deinem Hineinkommen in diese interessante Arbeit von Kolping. Markus Höying hat es in der Tat gut ausgedrückt, wenn er Deinen Entschluss zu diesem Jahr voller Respekt beschreibt. Stimme ich von Herzen zu. Nun hoffe ich, dass Du bald mexikanische "Weisen" auf der Gitarre "trommeln" kannst.
Ganz ganz herzliche Grüße, Dein Bruno