Mittwoch, 20. Oktober 2010

Brot!

Hier in Mexiko isst man fast kein Brot. Das "höchste der Gefühle" sind Brötchen aus ziemlich lockerem Weizenteig. Stattdessen ist man zum Frühstück viel Ei, Früchte und Cornflakes. Dabei sind außerdem immer gekochte Bohnen und Tortillas, in die einfach alles reingepackt wird, was gerade da ist. Zum Abendbrot wird oft warm gegessen. Tortillas und Böhnchen fehlen auch hier nicht. Eine einfache warme Speise sind zum Beispiel Gorditas (frei übersetzt: Pummelchen): Eine recht dicke Maistortilla wird mit weich gekochten Bohnen gefüllt und frittiert. Eine andere Speise sind Tamales: Die Hauptzutat ist eine relativ feste Maismasse, die in einem Bananen- oder Maisblatt serviert wird. Natürlich werden auch viele Tacos - Tortillas mit Fleisch und diversen anderen Zutaten gegessen. Auf einem Geburtstag, zu dem ich am Samstag eingeladen war, wurde ein Süppchen serviert, an dessen Name ich mich aber nicht mehr erinnere. Es bestand aus scharfer Brühe und allen Sachen vom Schwein - außer dem Fleisch. Ich weiß gar nicht, was ich alles für Organe probiert habe. Die Magenstücke waren jedenfalls gut zu erkennen. 
Das mexikanische Essen, das ich bisher gegessen habe, hat mir keine Magenprobleme bereitet und schmeckt mir in den allermeisten Fällen ziemlich gut. Zudem konnte ich zum Beispiel gestern für zwei Euro zu Abend essen und trinken. Es ist also oft günstig und lecker. Dass man hier wesentlich öfters einfach mit der Hand isst, ist nach kurzer Umgewöhnung ebenfalls kein großes Problem. Es kann sogar ziemlich spaßig sein. Um die Lebensmittel vom Teller zum Mund zu befördern, hat man ja die Tortillas. Allerdings schmeckt eine Tortilla mit Butter und Honig sicherlich scheußlich. Am Freitag hatte ich aber das dringende verlangen, Butter und Honig, und natürlich Brot zu essen. Außerdem hatte ich schon vor einiger Zeit ein einfaches Brotrezept gefunden, das ich jetzt mal testen wollte.
Ich habe also meinen zweiten Hefeteig in meinem Leben gemacht (der erste wurde kürzlich zu einem pizzaähnlichem Gebilde), diesmal mit Vollkornweizenmehl. Der Backofen war dann nochmal eine kleine Herausforderung: Normalerweise wird er als Schrank benutzt; er ist voll von Tassen, Tellern und Töpfen. Er musste also ausgeräumt werden. Außerdem benutzt man in Mexiko selten Ofenbleche. In dem Ofen hier war nur ein Rost drin. Eine Kastenform war natürlich auch nicht zu finden. Daraufhin habe ich einfach eine Aluschale genommen, die mir schon bei meinem Pizzagebilde gute Dienste geleistet hat. Zum Schluss kam jedenfalls etwas gut duftendes aus dem Backofen, dass ich als "Brot" bezeichnen würde. Und mit Honig und Butter hat es ganz köstlich geschmeckt. Am Samstagabend haben zwei Kolpingmitglieder in der Wohnung übernachtet, die fanden das Brot auch prima.

Warum übernachteten die beiden Leute in der Wohnung?
Am Samstag und Sonntag gab es einen Kunsthandwerkermarkt in Fortín. Das war natürlich eine gute Gelegenheit, einige Kolpingprodukte anzubieten: Unter anderem gab es Honig, Liköre, Salsas, Naturmedizin und Marmeladen. Für mich hieß das, früh morgens und Abends beim Auf- und Abbau des Standes zu helfen, aber auch die anwesenden Kolpingleute besser kennen zu lernen und ein paar schöne Sachen zu kaufen. Ich habe mir dann gleich meine erste Salsa von Kolping besorgt. Denn, weil man hier zu fast allem Salsa isst, hatte ich schon öfters in der Wohnung das Gefühl: Jetzt gerade fehlt was beim Essen. Ausnahmsweise am Abend nicht allein in der Wohnung zu sein und das Abendbrot zu teilen war auch ziemlich angenehm, zumal die beiden sehr umgängliche Leute sind.

Das wäre es soweit zum Wochenende,
Viele Grüße,
Lukas

2 Kommentare:

  1. Na, wenn das Essen schmeckt ist ja alles gut. Und wir können uns sicher sein, dass Du immer noch Du bist :-)
    Grüße
    Conny

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  2. Soviel Essen. Das kommt also auch in Mexiko nicht zu kurz. Freut mich für dich :D

    Ganz liebe Grüße aus Kämersheide
    Wiebke

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