Über die Weihnachtsferien war ich in Acayucan, einer Stadt in die sich aus gutem Grund kein Tourist verirrt, eine Freundin besuchen. Ein paar andere Familienmitglieder waren auch zu Gast, und so lebten mehr als 10 Personen unter einem Dach. Und das hat richtig gut getan! Alleine zu leben hat zweifelsohne seine guten und angenehmen Seiten, aber Gemeinschaft ist doch schöner. Gerade zur Weihnachtszeit. Zu Heiligabend, das wusste ich schon vorher, gehört auch in Mexiko eine Familienfeier und gutes Essen. Die Dimensionen, zumindest in dieser Familie, sind aber etwas anders als ich sie sonst kenne.
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| Stimmkräftiger Familiennachwuchs |
Die Feier fand im Haus eines Onkels statt. Die Familie ist wohl nicht gerade klein - es kamen um die 60 Leute. Jeder Haushalt brachte was zu Essen mit - in unserm Fall war es ein unglaublich köstlich schmeckender Truthahn - was dann in einem Buffet für alle zugänglich gemacht wurde. Also wurde erstmal gegessen, und natürlich nicht zu knapp. Danach wurde eine "Posada" gemacht. Die Menge wurde in 2 Gruppen geteilt; eine Gruppe musste auf die Straße (als Maria und Joseph), und erbot Einlass in das Haus. Das wurde mit einem (recht langem, monotonem) Gesang gemacht, bei dem sich die beiden Gruppen strophenweise abwechseln. Zum Schluss wurde natürlich Zutritt gewährt, wäre auch schade um die ganzen Gäste...
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| Erfrischend wars! |
Wo wir schon beim singen waren, wurden noch ein paar andere Weihnachtslieder gesungen. Für die Kinder gab es natürlich Piñatas. Damit war dann der "offizielle" Teil beendet, der Abend war schon recht weit vorangeschritten. Dann wurden die Tequila- und Bierflaschen angebrochen, und gefeiert. So um 2 uhr nachts wollte ich ein Nickerchen machen, doch da kam man auf die glorreiche Idee, jetzt die "nicht-Familienmitglieder"zu "taufen". Zwei Austauschschülerinnen, der Freund einer Cousine und meine Rammdösigkeit wurden also kurzerhand in den Pool befördert, quasi als Aufnahmeritual. Danach war ich klitschnass, aber auch wach. Das hat sich dann weder bei den anderen Jugendlichen noch bei mir bis zum Morgen geändert, so dass wir uns erst um halb 11 auf den Heimweg machten.
Mit einem geruhsamen, besinnlichen Weihnachtsfest in trauter Anwesenheit der Nächsten hatte das nun wirklich nicht viel zu tun, aber schön war es! Ein schöner Nebeneffekt war, dass sich das Heimweh bei so einer Feier dezent zurückhält.
Die restlichen Tage hab ich einfach weiter genossen, und es fiel mir doch etwas schwer den Rückweg anzutreten... Glücklicherweise wurde ich hier gut "aufgefangen", denn gestern fand die "brigada de reyes magos" statt, worüber ich dann im nächsten Beitrag schreiben werde.
Ich wünsche allen ein erstes schönes Wochenende im neuen Jahr,
Lukas
Hallo Lukas,
AntwortenLöschendas lasse ich mir gefallen, während wir im Schneechaos festsitzen, planschst Du im Pool. RESPEKT. Da bekommt der Leser ja Fernweh - es kommt halt auf die Perspektive an. Dir auch von Herzen ein gutes und Gott begleitetes NEUES JAHR mit ganz vielen guten Erlebnissen und Begegnungen.
Dein Bruno