Hallo zusammen!
Ich hab mich ja schon ziemlich lange nicht mehr gemeldet, und das muss jetzt mal wieder geändert werden.
Was habe ich so in den letzten Tagen/Wochen gemacht?
Meine Hauptaufgabe weiterhin ist der Deutschkurs. Die Stundenvorbereitung nimmt recht viel Zeit in Anspruch. Nach 12 Deutschstunden ist zwar schon eine Art Routine bzw. Sicherheit eingetreten, aber die Anforderung an jede neue Stunde bleiben: Wie kriegt man es hin, dass in einer Gruppe von 8 bis 65 Jahre, am frühen Abend, evtl. nach Schule oder Arbeit und anderen Aktivitäten, noch etwas von der deutschen Sprache hängen bleibt aber sich niemand über- oder unterfordert fühlt? Wie "unterhält" man die Leute die 90 Minuten lang? - langweilig soll es ja auch nicht werden. Diese Anforderungen kann ich nicht immer alle in jeder Stunde erfüllen, aber ich denke, dass ich mit der Herausforderung gut klarkomme.
Weil das Jahr 2010 bald vorbei ist, steht hier die Jahresplanung 2011 auf dem Plan. Jeder von uns vieren muss einen Plan (nach einer Vorlage) machen, was er für 2011 geplant hat. Da diese Vorlage doch recht viele Details und sehr gut formuliertes Spanisch verlangt, ist das gar nicht mal so einfach, seine geplanten Projekte angemessen zu präsentieren. In der nächsten Woche machen sich dann Lalo, Fina und Alex nach Mexiko-Stadt auf, um mit den anderen Kolpingleuten die Jahresplanungen vorzustellen, und zu besprechen.
Neben dem Deutschkurs ist es jetzt auch an der Zeit, den ersten 3-Monatsbericht für Kolping Paderborn zu schreiben. Das heißt für mich: Zurückblicken auf die ersten 3 Monate hier. Allein der Fakt, dass mit Dezemberanfang schon mehr als ein viertel meines Aufenthaltes um ist... die Zeit geht tatsächlich verdammt schnell vorbei. Und es wird nicht langsamer werden, weil ich, so wie es vom Plan her aussieht, ein höheres Arbeitspensum haben werde als bisher. Das ist auch tatsächlich gut so: Erstens weil ich dafür hier bin. Zweitens, weil ich die ersten Monate auch für mich selbst brauchte. Man kommt ja nicht in ein neues Land, lebt auf einmal alleine, in anderen Verhältnissen, alles ist fremd, und fühlt sich direkt sicher, wohl, und zu für ein Jahr zu hause. Dieser Prozess braucht seine Zeit. Und in dieser Zeit des ankommens ist es gut, seitens der Arbeit nicht zu sehr belastet zu werden.
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| Die Einkaufswägen |
Der Eintrag hier ist leider etwas bilderarm, weil es zu dem Thema keine so großartigen Bilder gibt. Aber ein schönes Bild sollte doch noch in diesen Beitrag rein. Deshalb schreibe ich noch kurz etwas über Chedraui und Wal Mart. Es gibt hier zwei große Supermarktketten. Wal Mart und Chedraui (Tschedraui). Wal Mart kommt aus den USA; Chedraui gehört einer ziemlich einflussreichen mexikanischen Unternehmerfamilie - der Familie Chedraui. Der Bischof in Xalapa kommt übrigens auch aus dieser Familie. Jedenfalls wollen die beiden Ketten dem Kunden immer zeigen, dass der Konkurrent teurer ist. Dazu werden im Wal Mart bei einigen Produkten Rechnungen aufgehangen, und das entsprechende Produkt markiert. Um zu beweisen: Hier ist es billiger. Chedraui macht das gleiche... nur bei anderen Produkten. Super, so hat man immer das Gefühl, besonders billig einzukaufen. So ein Schmarrn.
Aber der Chedraui in Córdoba hat bei seinem Eingang noch zwei volle Einkaufswagen stehen - mit dem gleichen Inhalt. Dadrunter werden dann natürlich die Preise der einzelnen Waren bei Wal Mart und Chedraui aufgelistet, und siehe da: Natürlich ist Chedraui billiger.
Im Endeffekt sind die beiden Läden natürlich gleichteuer. Dieser Wettbewerb von den beiden Zankkindern kann einen jedenfalls amüsieren.
So, es ist spät genug schlafen zu gehen,
Viele Grüße,
Lukas

Preisvergleiche bei Lebensmitteln sind ja hier auch nicht ganz unbekannt. Aber so heftig wie es da drüben zu sein scheint kennt man es hier ja eher vom Praktiker. Der hatte ja auch mal eine große Tafel am Eingang hängen, wo er seine Preise mit denen von Obi verglichen hat...
AntwortenLöschenIch wünsche dir eine schöne restliche Adventszeit und besinnliche Feiertage!